Lustlos …. und nun?

Tausend Ideen, Wünsche und Gedanken gehen mir durch den Kopf. Daran mangelt es nicht. An der Umsetzung hapert es. Noch vor gar nicht langer Zeit bin ich aufgesprungen und habe spontanen Ideen Taten folgen lassen, voller Energie und Lust. Obwohl keine körperlichen Zipperlein mich daran hindern, fällt das immer schwerer. Oft wünschte ich, ich wäre mein Handy, das sich einfach in der Steckdose wieder auflädt. Mit meinem inneren Akku ist das leider nicht so leicht. Er ist viel zu oft leer. Kraft und Energie verbrauchen sich schneller als früher. Wo ist die nächste Tankstelle? Möchte ich fragen.

Den Lebensabend verbringen wie unsere Ur-Großmütter und Großmütter? Sie waren mit 80 alt und verbraucht, nur haben sie sich in die natürliche Abfolge Ihres Lebens gefügt und waren zufrieden, vielleicht weil es noch Familie gab. Ich sah meine Großmutter oft mit einem Strickzeug stundenlang im Sessel sitzen. Ein schönes Bild.

Was macht unsere Generation, geschieden, verwitwet, allein lebend? Sie unterwirft sich oft blindem Aktionismus und versucht sich selbst zu überholen. Liegt es daran, dass wir immer noch mit den Jungen mithalten wollen? Oder einfach nur daran, dass die Ein-Mann/Frau-Familie sich einsam fühlt, ungeliebt und nutzlos?

Bloß raus aus der Bude, rein ins pralle Leben, überall dabei sein, alles mitmachen, bloß nichts versäumen. Ist das wirklich die Lösung? Ich z.B. fühle mich unter Menschen oft einsamer, als allein zu Hause und innerlich leerer als vorher.

Positiv denken, heißt das Zauberwort. Diesen Satz kann ich eigentlich nicht mehr hören. Funktioniert auch nicht auf Knopfdruck.

Mit dem zufrieden sein, was da ist,

weg vom Konsum,

weg vom Weglaufen,

zurück zu sich selbst.

Aber wie geht das? Gibt es gegen das Alleinsein ein Rezept? Sagen Sie jetzt nicht, Lesen, Kinder betreuen, alte Menschen beglücken, Hunde ausführen und Spazierengehen. Das habe ich alles schon gemacht.

Ich sehne mich nach mir selbst, möchte in mir ruhen und nicht mehr rastlos die Stunden vergeuden. Wie oft habe ich es schon bereut, meine „weise“ Großmutter nicht nach diesen Dingen gefragt zu haben. Sie wurde 101 Jahre alt und ist friedlich eingeschlafen.

Werden wir zu alt, hält uns die Medizin künstlich am Leben? Sollten wir nicht schon längst Platz für Jüngere gemacht haben?

Ich höre Ihren Aufschrei. Ist die  komplett verrückt geworden, die undankbare Tussi.

Ihre Meinung, Ihre Gefühle und Gedanken zu diesem Thema wären uns wichtig. Schreiben Sie uns gern unter: ruemenapp@new-generation-hh.de

Astrid v. Spreckelsen