Tiere. Unterwerfung / Harmonie / Respekt

Orang Utan, Erdbeeren fressend, Tethart Philipp Christian Haag, 1776, © Herzog Anton Ulrich-Museum, Kunstmuseum des Landes Niedersachsen, Braunschweig, Foto: Museumsfotograf

Führung durch die Ausstellung im MKG mit Eberhard Stosch, Kunsthistoriker

Die ältesten Darstellungen von Mensch und Tier sind mehr als dreißigtausend Jahre alt – aus Knochen geschnitzt oder an Wänden von Höhlen gemalt, gilt dem Tier die Aufmerksamkeit der ersten Künstler.

Die Unfähigkeit, mit Tieren zu sprechen, ist nach Ansicht von Philosophen ein entscheidender Makel des Menschseins, drückt sich doch darin der verlorene Bezug zur Natur aus. Am Anfang, so die These, waren alle Lebenwesen im Einklang miteinander. Durch Fortschritt und Zivilisation hat sich der Mensch immer weiter entfernt. Die Idee ist, mit und in der Kunst Zugang zu einer Ebene zu finden, in der sich Tier, Mensch und Natur wieder im Angesicht höherer Kräfte begegnen.

In allen Kulturen wird ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Tier in der Urgesellschaft vermutet. Das Paradies! Zu diesem idealen Ursprung zurückzukehren ist die große Sehnsucht der Moderne.

Über Tiere wird zurzeit viel debattiert: Haben sie eine Seele, wie viel Leid spüren sie, muss ihre Individualität durch Rechte geschützt werden? Haben wir Menschen die moralische Legitimation über sie zu verfügen? Dürfen wir ihre Existenz unserem persönlichen Wohl unterordnen, sie verzehren, uns mit ihrer Haut kleiden, sie der Freiheit berauben und abrichten zu unserem Vergnügen? In der wissenschaftlichen Diskussion wird das Verhältnis zwischen Mensch und Tier sehr ernst genommen. Im Alltag konsumorientierter Gesellschaften wird dieser Respekt nicht gelebt, das Verhältnis des Menschen zum Tier changiert zwischen unreflektierter Verwertung und sentimentaler Vermenschlichung. Vor dem Hintergrund dieser Kontraste möchte die Ausstellung informieren und aus der Perspektive der Kunst mit Werken von Beckmann, Dürer, Goya, Rousseau, Ai Weiwei, Klee, Marc u.v.a. die Chancen einer respektvollen Koexistenz zeigen.

 

Termin: Fr, 9. Februar 2018 um 14:00

Ort: Museum für Kunst Gewerbe

Treff: 13.45 Uhr, Foyer Museum für Kunst Gewerbe, Steintorplatz

Anfahrt: U-/S-Hauptbahnhof

Kosten: 18,– Eintritt und Führung. Mitglieder u.a. der Justus Brinkmann Gesellschaft habe freien Eintritt und zahlen nur € 9,– für die Führung. Bitte bei Anmeldung angeben.

Teilnehmer: min. 16 / max. 20. Stichtag: 24.01.

Anmeldung: ab 08.01. telefonisch bei NEW GENERATION [1501]